Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Ersatzneubau Wehr Banzkow und Neubau Fischaufstiegsanlage (FAA) Banzkow

Lage und allgemeine Beschreibung

Die Staustufe Banzkow ist die einzige Staustufe in der Stör-Wasserstraße (StW) und befindet sich rund 14 km südöstlich von Schwerin. Die StW verbindet den Schweriner See mit der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW). Das Wehr Banzkow befindet sich im Süden der Ortschaft Banzkow im Mühlengraben.

Luftbild Wehr Banzkow Luftbild Wehr Banzkow Quelle: (C) euroluftbild.de/Robert Grahn


Das Wehr wurde 1926 errichtet und ist in einem schlechten bautechnischen Zustand. Das bestehende Wehr besitzt nur ein Wehrfeld, so dass ein Ausfall des Wehres nicht abgesichert werden kann. Zudem ist das Wehr nicht automatisierungsfähig. Aus diesen Gründen ist ein Ersatzneubau der Wehranlage erforderlich. Das bestehende Wehr ist als nicht ökologisch durchgängig einzustufen. Der Neubau der Fischaufstiegsanlage (FAA) dient der Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Staustufe und somit der Zielerreichung der WRRL.

Übersicht der hydrologischen Situation unterhalb der Staustufe Banzkow Übersicht der hydrologischen Situation unterhalb der Staustufe Banzkow Quelle: Topographische Hintergrundkarte: www.gaia-mv.de

Das Wehr befindet sich im Eigentum der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und wird vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lauenburg unterhalten und betrieben. Der Ersatzneubau des Wehres und der Neubau der FAA werden vom Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg geplant und umgesetzt.

Besonderheiten

Die Stauwurzel der Stauhaltung Banzkow-Lewitz erstreckt sich bis direkt in das Unterwasser der Schleuse und des Wehres Banzkow (Eldedreieck). Je nach Zufluss aus den Oberseen kann es zeitweise zu einem Rückstau im Unterwasser kommen. Deshalb ist hier keine eindeutige Zuordnung der Wasserstände und Abflüsse zwischen Ober- und Unterwasser möglich (keine eindeutige W-Q-Beziehung vorhanden). Zudem ist das Wasserdargebot insbesondere an heißen, regenarmen Sommern stark begrenzt.

Auch die unmittelbare Nähe zur Wohnbebauung erfordert im Zuge der Planung und Umsetzung besondere Berücksichtigung, um dauerhafte Beeinträchtigungen auszuschließen und die baubedingten Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Geplante Maßnahmen - Wehrersatz

Das neue Wehr wird am Standort des vorhandenen errichtet. Als Ersatzneubau ist für das vorhandene Schützenwehr eine zweifeldrige Wehranlage vorgesehen. Als Wehrverschluss werden zwei Fischbauchklappen mit einseitigem Antrieb eingebaut.

Die Ufer ober- und unterhalb des neuen Wehres werden durch Spundwände eingefasst, welche als Kolk- und Umströmungsschutz dienen.

Die Sohle wird im Ober- und Unterwasser durch eine Steinschüttung aus Wasserbausteinen befestigt. Im Oberwasser wird zusätzlich ein Geotextil mit Bentoniteinlage unter die Steinschüttung ausgelegt, um einer Umströmung des Wehres sowie einer Veränderung des Grundwasserspiegels entgegenzuwirken.

Für die Wartung und Revision des Wehres wird auf westlicher Wehrseite ein ca. 3,50 m breiter Betriebsweg mit einer wassergebundenen Decke hergestellt, dieser endet mit einem Lager-/Wendeplazt. Für den Revisions- oder Störfall der Wehranlage ist eine Kranstellfläche vorgesehen. Auf der Ostseite wird der Zugang zum Wehr über einen unbefestigten Betriebsweg auf Höhe der Wehrwangen sichergestellt.

Geplante Maßnahmen – Fischaufstiegsanlage (FAA)

Die Planung für die FAA erfolgte in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) und unter fachlicher Begleitung eines ichthyofaunistischen Fachberaters.

Die FAA wird neben dem Wehr am Westufer entsprechend den Anforderungen des aktuellen Standes der Technik (DWA-M 509) als Schlitzpass hergestellt. Mit dieser Bauweise kann unter den oben beschriebenen besonderen hydraulischen Bedingungen eine funktionsfähige FAA in dem relevanten Bemessungszeiträumen hergestellt werden. Zudem benötigt ein Schlitzpass deutlich weniger Flächen und geringere Aufwendungen für Herstellung und Unterhaltung.

Die FAA hat eine Gesamtlänge von ca. 35 m und eine Gesamtbreite von ca. 2,75 m. Die 9 Becken haben eine lichte Länge von ca. 2,60 m und eine lichte Breite von ca. 1,95 m. Der Auslauf/Fischeinstieg der FAA befindet sich im Unterwasser westlich des Tosbeckenendes. Der Einlauf/Fischausstieg befindet sich im Oberwasser ca. 14 m stromauf der Wehranlage.

Die Sohle der FAA wird mit einer 0,30 m dicken Substratschicht bedeckt, welche ein ausgeprägtes Lückensystem für die Durchgängigkeit von Klein- bzw. Jungfischen, bodenorientierten Fischen und Wirbellosen bildet.

Der Betriebsweg für den Betrieb und die Unterhaltung des Wehres auf der Westseite wird auch für die Unterhaltung der FAA genutzt.