Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit Durchstichwehr Quitzöbel

Lage und allgemeine Beschreibung

Das Durchstichwehr Quitzöbel ist Bestandteil der Wehrgruppe Quitzöbel an der Mündungsstrecke der Unteren Havel in die Elbe, nahe der Ortschaft Quitzöbel.

Übersichtslageplan Wehrgruppe Quitzöbel Übersichtslageplan Wehrgruppe Quitzöbel Übersichtslageplan Wehrgruppe Quitzöbel Quelle: © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie: TopPlus-Web.geoportal.wsv.res.bund.de

Das Durchstichwehr Quitzöbel wurde 1936 gebaut. Es befindet sich im Eigentum der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und wird vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Brandenburg unterhalten und betrieben. Das Wehr ist in einem schlechten baulichen Zustand, ein Ersatzneubau ist in Planung. Wehrgruppe Quitzöbel

Besonderheiten

Am Standort bestehen hochkomplexe hydrologische Randbedingungen, die zum einen aus dem dynamischen System von Elbe und Havel resultieren, zum anderen durch die Steuerung der Wehrgruppe zur Hochwasserableitung und Niedrigwasseraufhöhung. Es ist an diesem Standort nicht möglich, einem bestimmten Abfluss einen eindeutigen Wasserstand zuzuordnen, wie dies üblicher Weise für die Bemessung von Fischaufstiegsanlagen erfolgt, und es gibt eine große Schwankungsbreite möglicher Unterwasser-Oberwasser-Kombinationen.
Des Weiteren ist es eine anspruchsvolle Aufgabe, die Anforderungen, die sich aus dem Hochwasserschutz, aus der exponierten Lage im Überschwemmungsgebiet sowie in bzw. angrenzend an europäische Schutzgebiete und durch die vorhandenen geschützten Biotope ergeben, in möglichst großen Maß in Einklang zu bringen.

Planungen

In Abstimmung mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) wurden alle nach dem Stand der Technik (DWA-M 509) sinnvollen Varianten in einer stufenweisen Variantenuntersuchung geprüft. Aufgrund der vielen zu beachtenden Randbedingungen kann mit den meisten grundsätzlich nach dem Regelwerk möglichen Bauweisen kein ausreichend funktionsfähiger Fischaufstieg gewährleistet werden. Als Vorzugslösung stellt sich ein Schlitzpass dar. Mit diesem können die sich aus der hydraulischen Situation ergebenen erforderlichen Zudotations- und Steuerungsmöglichkeiten sichergestellt werden. Zudem kann durch die mögliche kompakte Bauweise eines Schlitzpasses der Flächenbedarf sowohl für die Anlage selbst, als auch für die spätere Unterhaltung erheblich reduziert werden.
Für den Fischabstieg wird ein separates Bauwerk erforderlich. In enger Abstimmung mit den Planungen des Wehres erfolgen die weiteren Planungen zum Fischabstieg sowie zu den Synergien und Verknüpfungen der einzelnen Anlagen (z. B. gemeinsame Anlagenteile, hydraulische Abhängigkeiten und Beeinflussungen u. a.).

Stand: 11/2019